WIE KANN ICH MITHILFE VON KI SCHNELL UND EINFACH INTERAKTIVE POINT-AND-CLICK GAMES ERSTELLEN? MYOPACE!
MYOPACE [MAKER YOUR OWN POINT-AND-CLICK ENVIRONMENT] ist eine webbasierte Anwendung, mit der eigene interaktive Point-and-Click-Umgebungen, Lernspiele, digitale Erkundungsräume und erzählerische Szenarien gestaltet werden können. Die Anwendung verbindet einen visuellen Editor mit spielerischen Mechaniken, Medienintegration, Aufgabenlogik und optionaler KI-Unterstützung. Ziel ist es, kreative und didaktische Ideen ohne klassische Spieleprogrammierung umsetzen zu können: Nutzerinnen und Nutzer legen eigene Projekte an, gestalten Szenen, platzieren interaktive Elemente und verbinden diese mit Aktionen, Rückmeldungen, Rätseln, Dialogen oder Szenenwechseln. Der Name MYOPACE steht dabei für „Make Your Own Point-And-Click Environment“ und beschreibt den Kern der Anwendung: eine eigene Point-and-Click-Welt zu entwerfen, spielbar zu machen und anschließend zu veröffentlichen oder in Lernplattformen einzubinden.
Im Mittelpunkt der Anwendung steht ein grafischer Editor, in dem Projekte aus einzelnen Szenen aufgebaut werden. Jede Szene kann als eigener Raum, Ort, Lernstation oder Abschnitt einer Geschichte verstanden werden. Innerhalb dieser Szenen lassen sich Hintergründe, Objekte und interaktive Bereiche platzieren. Die Elemente können verschoben, skaliert und konfiguriert werden, sodass aus einfachen Bildern oder Grafiken eine spielbare Umgebung entsteht. Über die Szenenstruktur lassen sich Start- und Endpunkte definieren, alternative Wege anlegen und unterschiedliche Spielverläufe aufbauen. Dadurch eignet sich MYOPACE sowohl für lineare Lernpfade als auch für offene Explorationsszenarien, in denen Lernende selbst entscheiden, welche Objekte sie untersuchen, mit welchen Figuren sie sprechen oder welchen Weg sie als Nächstes wählen.
Die Anwendung bietet verschiedene Elementtypen, die jeweils eine bestimmte Funktion im Spiel übernehmen können. Hotspots eignen sich für untersuchbare oder benutzbare Stellen in einer Szene, etwa Türen, Maschinen, Hebel oder auffällige Details. Items sind aufnehmbare Gegenstände, die ins Inventar wandern und später mit anderen Objekten kombiniert oder verwendet werden können. NPCs ermöglichen Figuren und Gesprächspartner, mit denen Dialoge, Hinweise oder Aufgaben verbunden werden können. Ausgänge dienen dem Szenenwechsel und können zum Beispiel Türen, Wege, Treppen oder Portale darstellen. Rätsel-Elemente ermöglichen Logikaufgaben, Codes oder interaktive Herausforderungen. Notizen können Hinweise, Codes oder Journal-Einträge enthalten. Cutscenes dienen kurzen erzählerischen Momenten, Overlays, Videos oder Zoom-Effekten, während Dekorationselemente Atmosphäre schaffen oder kurze Kommentare ermöglichen. Die im Code hinterlegte Palette umfasst diese Typen ausdrücklich als Hotspot, Item, NPC, Ausgang, Rätsel, Notiz, Cutscene und Deko.
Besonders wichtig ist die Spiellogik, die hinter den sichtbaren Objekten liegt. Elemente können mit Aktionen wie Ansehen, Benutzen, Nehmen, Sprechen, Kombinieren, Öffnen oder Gehen zu verbunden werden. Dadurch können Spielerinnen und Spieler nicht nur auf Objekte klicken, sondern mit ihnen auf unterschiedliche Weise interagieren. MYOPACE erlaubt es, Bedingungen und Folgen zu definieren: Ein Objekt kann zum Beispiel erst funktionieren, wenn ein bestimmter Gegenstand ausgewählt wurde; ein Gespräch kann ein neues Item freischalten; eine gelöste Aufgabe kann ein Flag setzen; eine Tür kann erst nach einem bestimmten Fortschritt geöffnet werden; ein Element kann verschwinden, sobald es aufgenommen wurde; oder eine Szene kann erst sichtbar bzw. erreichbar werden, wenn zuvor eine Bedingung erfüllt wurde. Diese Logik wird über Felder wie benötigtes Inventar-Item, vergebenes Item, Zielszene, gesetzte Flags, benötigte Flags sowie Ein- und Ausblendbedingungen umgesetzt.
Für spielerische und didaktische Szenarien bietet MYOPACE ein integriertes Inventar- und Kombinationssystem. Aufnehmbare Gegenstände können dem Inventar hinzugefügt und später mit Elementen in der Szene kombiniert werden. Wenn eine Kombination erfolgreich ist, kann daraus ein neuer Gegenstand entstehen, ein Fortschrittszustand gespeichert, eine Rückmeldung ausgegeben oder eine Aufgabe erfüllt werden. Wird ein falscher Gegenstand verwendet, kann die Anwendung eine passende Fehlermeldung anzeigen. Dadurch lassen sich klassische Point-and-Click-Mechaniken wie Schlüssel-Tür-Prinzipien, Reparaturaufgaben, Suchaufträge oder mehrstufige Problemlöseprozesse abbilden. Gleichzeitig können diese Mechaniken didaktisch genutzt werden, etwa um Lernende dazu anzuregen, Hinweise zu sammeln, Zusammenhänge zu erschließen und Handlungen bewusst auszuprobieren.
Auch Rätsel und Aufgaben können direkt in MYOPACE gestaltet werden. Die Anwendung unterstützt unter anderem Coderätsel, Reihenfolgenrätsel und Puzzlebild-Rätsel. Für diese Rätsel können Lösungen, Reihenfolgen, Bilder, die Anzahl der Puzzleteile, Erfolgs- und Fehlermeldungen sowie ein Flag nach erfolgreicher Lösung definiert werden. Dadurch lassen sich kleine Lernüberprüfungen, Logikaufgaben, Bildrekonstruktionen, Symbolfolgen oder Codes in eine Geschichte einbauen. Ergänzend dazu können Hinweise, Aufgabenbeschreibungen und Erfolgsmeldungen genutzt werden, um Lernende durch ein Szenario zu führen, ohne die Lösung direkt vorzugeben. MYOPACE kann außerdem projektweite Quests und Teilaufgaben verwalten, die an Bedingungen wie gefundene Items, besuchte Szenen, gelesene Notizen oder gesetzte Flags gebunden sind. So lassen sich größere Lernziele in kleinere Schritte zerlegen und mit spielerischem Fortschritt verbinden.
Ein weiterer Funktionsbereich ist die Gestaltung von Dialogen, Figuren und erzählerischen Momenten. NPCs können mit Dialogoptionen ausgestattet werden, die auf Fortschritt reagieren, Items vergeben oder neue Aufgaben auslösen. Dadurch werden Gespräche nicht nur als Textausgabe genutzt, sondern als Bestandteil der Spielmechanik. Cutscenes ergänzen diese Möglichkeiten, indem sie kurze inszenierte Momente, Overlays, Videos oder Zoom-Effekte ermöglichen. Auch Audio, Timer und Szenenübergänge können eingebunden werden. Timer können beispielsweise Zeitdruck erzeugen oder nach Ablauf einer bestimmten Dauer einen Szenenwechsel oder ein Spielende auslösen. Übergangseffekte machen Szenenwechsel sichtbarer und können genutzt werden, um Atmosphäre und Orientierung zu verbessern. Auf diese Weise verbindet MYOPACE Interaktivität, Narration und mediale Gestaltung in einer gemeinsamen Arbeitsumgebung.
Neben dem manuellen Gestalten enthält MYOPACE einen KI-Modus. Dieser kann frei genutzt oder über geführte Optionen auf ein Projekt, eine Szene oder ein konkretes Element bezogen werden. In der Eingabe können beispielsweise Thema, Zielgruppe, Gegenstände, Lernkontext oder Schwierigkeitsgrad beschrieben werden. Die KI kann dadurch bei der Ideenentwicklung, beim Ausformulieren von Dialogen, beim Erstellen von Aufgaben, beim Strukturieren von Szenen oder beim Verbessern der Spiel- und Lernlogik unterstützen. Vorschläge können geprüft und anschließend übernommen werden. Gleichzeitig weist die Anwendung transparent darauf hin, dass im KI-Modus künstliche Intelligenz eingesetzt wird und verweist auf Informationen zur Datenverarbeitung.
Zur Qualitätssicherung bietet MYOPACE eine Spielbarkeitskontrolle. Diese prüft das Projekt auf mögliche Logikprobleme, zum Beispiel fehlende Items, nicht erreichbare Ziele, Sackgassen, tote Dialogoptionen oder unerreichbare Endpunkte. Ergänzend kann ein Spielgraph angezeigt werden, der Startszene, Endszene, aktuelle Szene und fehlende Ziele visualisiert. Diese Funktion ist besonders hilfreich, wenn Projekte komplexer werden und mehrere Szenen, Bedingungen, Items und Aufgaben miteinander verbunden sind. Lehrende oder Entwicklerinnen und Entwickler können dadurch frühzeitig erkennen, ob alle Wege funktionieren, ob ein benötigter Gegenstand überhaupt erreichbar ist oder ob ein Szenenwechsel ins Leere führt.
Für den Einsatz in Bildungskontexten ist außerdem der Analysemodus relevant. MYOPACE kann bei aktivierter Analyse anonymisierte Spieldaten erfassen, etwa Spielzeit, besuchte Szenen, Interaktionen, verwendete Hinweise, gelöste Rätsel oder Item-Kombinationen. Diese Daten können helfen, Lern- und Spielverläufe besser zu verstehen: Welche Aufgaben wurden häufig gelöst? Wo bleiben Lernende hängen? Welche Hinweise werden oft genutzt? Welche Szenen werden nicht erreicht? Der Analysebericht kann gespeichert und bei entsprechender Konfiguration per E-Mail übermittelt werden. Dadurch eignet sich MYOPACE nicht nur zur Erstellung interaktiver Lernumgebungen, sondern auch zur Reflexion und Evaluation didaktischer Designs.
Die Projektverwaltung erfolgt über den MYOPACE Hub. Dort können neue Projekte erstellt, bestehende Projekte geöffnet, direkt gespielt, importiert, heruntergeladen oder gelöscht werden. Projekte lassen sich als ZIP-, JSON- oder ADVENTURE-Dateien importieren und als Projektdatei oder vollständiges Projektarchiv exportieren. Der Hub enthält außerdem Funktionen für API-Keys, Logout und den Zugriff auf Hilfeseiten. Damit unterstützt MYOPACE nicht nur die Erstellung einzelner Spiele, sondern auch die Verwaltung mehrerer Projekte in einer übersichtlichen Umgebung.
Für die Veröffentlichung und Weitergabe bietet MYOPACE mehrere Export- und Integrationsmöglichkeiten. Fertige Projekte können als eigenständiges HTML-Paket mit JSON- und Asset-Dateien exportiert werden, sodass sie nach dem Entpacken ohne Flask-Server lauffähig sind. Zusätzlich kann ein SCORM-1.2-Paket erzeugt werden, das sich für Moodle und andere SCORM-kompatible Lernplattformen eignet. Für Moodle steht außerdem ein eigenes Aktivitätsmodul als Plugin-ZIP zur Verfügung, mit dem Lehrende MYOPACE-Spiele per URL als Kursaktivität einbinden können. Darüber hinaus kann ein iframe-Embed-Code erzeugt und kopiert werden, um ein Spiel direkt in Websites oder LMS-HTML-Felder einzubetten. Damit lassen sich MYOPACE-Projekte flexibel in Workshops, Lernplattformen, digitale Selbstlernangebote, Websites oder Präsentationskontexte integrieren.
Insgesamt ist MYOPACE eine vielseitige Entwicklungsumgebung für interaktive Lern- und Spielwelten. Die Anwendung verbindet visuelle Gestaltung, Point-and-Click-Mechaniken, Aufgabenlogik, Medienintegration, KI-Unterstützung, Analysefunktionen und flexible Exportwege. Sie eignet sich für Lehrende, Studierende, Schülergruppen, Projektteams und kreative Entwicklerinnen und Entwickler, die eigene digitale Lernräume gestalten möchten. Statt Lerninhalte nur linear zu präsentieren, können mit MYOPACE erkundbare Umgebungen entstehen, in denen Wissen durch Handeln, Ausprobieren, Kombinieren, Entscheiden und Reflektieren erfahrbar wird. Damit eröffnet die Anwendung einen niedrigschwelligen Zugang zur Entwicklung interaktiver Bildungsmedien und verbindet kreatives Making mit spielerischem Lernen.